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Sa, 15 Mär 2008

Dissertation auf Englisch oder Deutsch?

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Die Frage, in welcher Sprache man seine Dissertation verfassen sollte ist nicht leicht zu beantworten. Schliesslich müssen hier verschiedene Faktoren beachtet werden. Das wichtigste Kriterium sind sicher Referent und Korreferent. Nur wenn sie kein Problem mit einer englischen Dissertation haben, sollte man sich mit diesem Gedanken überhaupt beschäftigen. Eine Möglichkeit ist auch, die Dissertation auf Deutsch zu schreiben und hinterher ins Englische übersetzen zu lassen.

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Dieser Eintrag fasst das Ergebnis einer Diskussion der Peer Gruppe „Publication Network“ zusammen, ergänzt um einige Zitate der Mitglieder.

Was spricht für eine deutsche Dissertation? Als Muttersprachler fühlt man sich natürlich in Deutsch sicherer als in jeder Fremdsprache. Das Anfertigen einer fremdsprachigen Diss dauert dadurch natürlich länger und ist mühsamer. Man kann sich auch nicht sicher sein, ob man alle Begriffe und Ausdrücke richtig verwendet hat. D.h. sprachlich wird die Diss insgesamt wahrscheinlich etwas schlechter. Wenn man nicht plant nach der Dissertation weiter wissenschaftlich zu arbeiten bzw. an einer Universität zu bleiben, dann sollte man sicher auf Deutsch schreiben.

Und was spricht für eine englische Dissertation? Die höhere internationale Sichtbarkeit. Das ist, gerade wenn man sich in einer internationalen wissenschaftlichen Community tummelt, nicht zu unterschätzen. Zum Einen kann man sich im Vorfeld Feedback zum Research Proposal einholen oder Teile seiner Diss auf einer internationalen Konferenz oder einem Doctoral Consortium vorstellen. Zum Anderen findet die Diss so Eingang in den internationale wissenschaftliche Diskussion auf dem eigenen Fachgebiet und von dem Wertbeitrag für spätere Bewerbungen an einer nicht-deutschsprachigen Universität ganz zu schweigen.

Zum Thema Bewerbung hier die Erfahrungen von Esther: „Ob Du es wirklich für die Bewerbungen danach brauchst kommt wahrscheinlich auf die Stelle an, auf die Du dich bewirbst. Bei mir was es so, dass sie zum Teil einfach Publikationen oder Working Paper verlangten, wenn Du nun nebenher noch Working Papers auf Englisch schreibst reicht dies evt. sogar aus. Im Interview wird dann allerdings schon sehr genau nachgefragt, was man in der Diss gemacht hat, obwohl dein potentieller neuer Prof. wahrscheinlich nicht wirklich deine Diss lesen wird (zumindest mein Eindruck), aber er will halt wissen was Du gemacht hast und dann ist es einfacher, wenn es auf englisch ist, weil er es dann theoretisch nachlesen könnte und dies auch stichprobenartig machen wird. Dein neuer Chef muss auch in seinem Department vertreten können, warum er Dich einstellt, also den anderen Prof. erläutern, warum du ins Team passt und warum er Dich will und gut findet. Man muss sicherlich mehr erklären, wenn man es nicht auf Englisch schreibt.“

Ein weiteres Kriterium für eine englische Dissertation ist die verwendete Literatur und die Erfahrungen des Doktoranden mit englischen Artikeln. Ist der überwiegende Teil der Literatur auf Englisch so sind die benötigten Fachausdrücke bekannt und u.U. würde eine Übersetzung der Begriffe ins Deutsche auch nur künstlich wirken. Wenn sich der Doktorand mit Englisch wohl fühlt und schon viel auf Englisch veröffentlicht hat und somit Übung darin hat, spricht wahrscheinlich nichts dagegen auch die Dissertation auf Englisch zu schreiben.

Zitat Nadja: „Es wird Floskeln und Wendungen (Jargon/Slang) geben, die halt einfach in so ein Paper eines bestimmten Research-Bereichs reingehören. Die kannst du einfliessen lassen, wenn du selber auf Englisch schreibst.“

Zitat Esther: „Es macht einfach einen guten Eindruck und es wird nach meiner Erfahrung (vielleicht in England sehr viel stärker als sonst wo und daher ist meine Wahrnehmung vielleicht etwas verzerrt) einfach erwartet, dass die wissenschaftliche Sprache English ist und nichts anderes.“

Fazit: Die Entscheidung liegt bei einem selbst. Man sollte sich fragen, mit welchem Ergebnis man am Ende zufriedener ist.

Über die Vor- und Nachteile einer Übersetzung wird in einer der nächsten Einträge berichtet.

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